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Allein erziehen
18. Jan. 2017

Was ist neu 2017?


Höherer Kindesunterhalt ab Januar 2017
 
Ab Januar 2017 gelten höhere Kindesunterhaltsbeträge. Diese sind in der unten abgebildeten aktuellen Düsseldorfer Tabelle („Tabelle Kindesunterhalt“) festgelegt, die die Leitlinien für den Unterhaltsbedarf vorgibt. 
 
Deshalb sollten Sie im Interesse Ihres unterhaltsberechtigten Kindes überprüfen, ob Sie ab Januar 2017 die höheren Unterhaltsbeträge für Ihr Kind bekommen. Besteht ein dynamischer Unterhaltstitel, erhöht sich der Anspruch automatisch, wenn wie jetzt die Sätze der Düsseldorfer Tabelle angehoben werden.
 
Wenn Sie keinen dynamischen Unterhaltstitel besitzen, sollten Sie den unterhaltspflichtigen Elternteil zum nächstmöglichen Zeitpunkt auffordern, den aktuellen höheren Unterhalt zu zahlen, denn dieser kann nicht nachträglich geltend gemacht werden. Gibt es Schwierigkeiten bei der Unterhaltsrealisierung, können Sie Unterstützung durch eine Beistandschaft des Jugendamtes oder einen Anwalt/eine Anwältin suchen.
 
Die jeweils aktuelle Version der Düsseldorfer Tabelle finden Sie auch im Internet auf der Homepage des Oberlandesgerichts Düsseldorf unter: www.olg-duesseldorf.nrw.de
 
Die Unterhaltsleitlinien des Brandenburgischen Oberlandesgerichts finden Sie im Internet auf der Homepage: www.olg.brandenburg.de
 

 
Höhere Unterhaltsvorschussleistungen ab Januar 2017
 
Bedingt durch den Anstieg des Existenzminimums und damit des Mindestunterhalts, an den auch die Höhe des Unterhaltsvorschusses gekoppelt ist, steigt der Unterhaltsvorschuss zum 1. Januar 2017 für Kinder bis zum sechsten Geburtstag auf 150 Euro und für Kinder bis zum zwölften Geburtstag auf 
201 Euro.
 
Das Bundeskabinett hat am 14. Dezember 2016 einen Gesetzentwurf beschlossen, der zum Ziel hat, die Unterhaltsvorschussleistungen auszubauen und für eine unbegrenzte Dauer und bis zur Volljährigkeit von Kindern zu zahlen. Der Kenntnisstand bei Redaktionsschluss ist, dass parallel zum Gesetzgebungsverfahren mit den Ländern eine Einigung zur Finanzierung des Ausbaus des Unterhaltsvorschusses, zum Zeitpunkt und der Ausgestaltung des Inkrafttretens sowie zu der genauen Ausgestaltung der inhaltlichen Verbesserungen im Hinblick auf effiziente Verwaltungsabläufe herbeigeführt wird. Aktuelle Informationen dazu finden Sie auf www.bmfsfj.de oder www.familien-wegweiser.de unter dem Stichwort „Unterhaltsvorschuss“.
 

 
Kindergeld
 
Das Kindergeld zählt zu den wichtigsten Leistungen für Familien in Deutschland. Es erreicht die Familien direkt und trägt damit zu ihrer finanziellen Entlastung bei. Es wird einkommensunabhängig gezahlt und ist nach der Zahl der Kinder gestaffelt.
 
Ab dem 1. Januar 2017 erfolgt eine Erhöhung des Kindergeldes um je zwei Euro: Für das erste und zweite Kind steigt das Kindergeld somit auf 192 Euro, für das dritte Kind auf 198 und für das vierte und jedes weitere Kind auf 223 Euro. Ab 2018 wird das Kindergeld erneut um je zwei Euro angehoben.
 
Kindergeld gibt es grundsätzlich für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr, für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr und für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr.
 

 
Kinderfreibetrag
 
Eltern bekommen entweder Kindergeld oder die steuerlichen Freibeträge für Kinder (Kinderfreibetrag und Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs-, oder Ausbildungsbedarf) bei der Einkommensteuer. Das Finanzamt prüft im Rahmen der jährlichen Einkommensteuerveranlagung, ob für die Eltern die Freibeträge für Kinder oder das ausbezahlte Kindergeld günstiger sind. Diese Prüfung erfolgt automatisch und muss nicht beantragt werden.
 
Zum 1. Januar 2016 war bereits eine Erhöhung des Kinderfreibetrages von 4.512 auf 4.608 Euro erfolgt. Zum 1. Januar 2017 wird der Kinderfreibetrag noch einmal um 108 Euro auf 4.716 Euro erhöht. Eine weitere Erhöhung wird 2018 auf 4.788 Euro erfolgen. Der Freibetrag für den 
Betreuungs-, Erziehungs-, oder Ausbildungsbedarf beträgt unverändert 2.640 Euro.
 

 
Kinderzuschlag
 
Der Kinderzuschlag ist eine Familienleistung, die Familien mit niedrigen Einkommen spürbar entlastet. Durch den Kinderzuschlag können viele erwerbstätige Eltern den Bezug von Arbeitslosengeld II vermeiden - der Zuschlag honoriert die Bereitschaft von Eltern, aktiv für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen.
 
Zum 1. Januar 2017 wird der Kinderzuschlag erhöht und beläuft sich dann auf maximal 170 Euro. Die Leistung wird an Eltern für das in ihrem Haushalt lebende Kind gezahlt, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihrer Kinder. Bei Alleinerziehenden wird Kindesunterhalt und Unterhaltsvorschuss weiterhin darauf angerechnet. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden.

 





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