Berlin, 17. Mai 2011. „7 % für Kinder“ ist ein Bündnis von Verbänden, Organisationen
und Einrichtungen aus Gesellschaft und Wirtschaft. Sie alle eint das Anliegen, die Mehrwertsteuer auf Produkte und Dienstleistungen
für Kinder auf 7 Prozent zu reduzieren. Entstanden ist das Bündnis auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen
e.V. (AGF) und JAKO-O in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk.
Die Initiatoren
Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen
Familienorganisationen e. V. (AGF) formuliert die gemeinsamen Anliegen ihrer Mitgliedsverbände und ist mit ihren Tätigkeiten eine
aktive Partnerin in Politik und Gesellschaft. Sie setzt sich mit politischer Lobbyarbeit für die Belange der Familien ein und fördert
den Dialog und die Kooperation der familienpolitischen Organisationen. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien
in Deutschland und Europa. Dazu gehört neben einer finanziellen Entlastung von Familien auch der Auf- und Ausbau einer familien-,
kinder- sowie pflegefreundlichen Infrastruktur. Die Mitgliedsverbände – Deutscher Familienverband e. V. (DFV), die Evangelische Aktionsgemeinschaft
für Familienfragen e. V. (eaf), der Familienbund der Katholiken e. V. (FDK), der Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband
e. V. (VAMV) sowie der Verband binationaler Familien und Partnerschaften e. V. (iaf) – setzen sich mit ihren jeweiligen Schwerpunkten
für die Interessen und Rechte von Familien ein.
Die JAKO-O GmbH ist einer der großen Spezialversender in Deutschland. Zu den
Produkten zählen Kleidung und Möbel für Kinder sowie Materialien zum Spielen, Lernen, Lesen und Basteln. Doch JAKO-O versteht sich
nicht nur als Anbieter von „Kindersachen mit Köpfchen“, sondern auch als Berater und Sprachrohr für Familien. JAKO-O macht sich seit
über 20 Jahren für die Belange von Familien stark, gibt Impulse und begleitet politische Entwicklungen kritisch.
JAKO-O gibt Eltern
und Kindern eine Lobby in unserer Gesellschaft und leistet einen Beitrag für ein familienfreundlicheres Deutschland. JAKO-O gehört
neben dem Spielwarenhersteller HABA sowie dem Kindergarten- und Schulausstatter Wehrfritz zur HABA-Firmenfamilie. Für ihre familienfreundliche
Unternehmenspolitik wurde die gesamte HABA-Firmenfamilie bereits mehrfach mit dem Zertifikat zum Audit berufundfamilie®, einer Initiative
der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, sowie dem Ökoaudit ausgezeichnet.
Kooperationspartner und Unterstützer
Gemeinsam mit dem KooperationspartnerDeutsches Kinderhilfswerk e. V. (DKHW) sowie weiteren Unterstützern bezieht das Bündnis klar Stellung – für mehr Kinderfreundlichkeit,
für die finanzielle Entlastung der Familien und für die Anerkennung ihrer gesellschaftlichen Leistungen. Das Deutsche Kinderhilfswerk
setzt sich in Deutschland für die Durchsetzung der Rechte von Kindern und die Überwindung von Kinderarmut ein. Es initiiert und unterstützt
vor allem Maßnahmen und Projekte, die Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten von Kindern fördern. In diesem Sinne richtet
das Deutsche Kinderhilfswerk in seiner Arbeit einen besonderen Fokus auf die Herstellung von Chancengleichheit für alle Kinder in
Deutschland.
Weitere Unterstützer sind:
- AWO Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.
- Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund
e. V.
- Deutscher Frauenrat e. V.
- Deutscher Kinderschutzbund e. V.
- Deutscher LandFrauenverband e. V. (dlv)
- DHB-Netzwerk Haushalt. Berufsverband
der Haushaltsführenden e. V.
- Home Instruction for Parents of Preschool Children – HIPPY Deutschland e. V.
- Kolpingwerk Deutschland
gGmbH (KWD)
- Bundesverband der Selbsthilfeinitiativen Alleinerziehender SHIA e. V.
- Sozialverband Deutschland e. V. (SoVD)
- Zukunftsforum
Familie e. V. (ZFF)
Vorausschauend handeln: Die Initiative „Mehrwert gerecht steuern – 7 % für Kinder“
Das Ziel
Den reduzierten
Mehrwertsteuersatz auf Produkte und Dienstleistungen für Kinder anwenden. Mit vielfältigen Materialien und Aktionen macht die Kampagne
„7 % für Kinder“ auf das Anliegen aufmerksam und regt die politische Debatte zur Gestaltung des Mehrwertsteuersystems an. „7 % für
Kinder“ richtet sich sowohl an die breite Öffentlichkeit als auch an politische Entscheidungsträger/innen.
Gute Argumente:
Familien
sind die Zukunft unserer Gesellschaft
Familien leisten einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft und Kinder sind
die Gestalter unserer Zukunft. Das gute und gesunde Aufwachsen von Kindern ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft und damit gehören
die Bedürfnisse von Kindern zu den Grundbedürfnissen der ganzen Gesellschaft.
Die Erfüllung dieser Bedürfnisse ist für Eltern jedoch
mit hohen Kosten verbunden. Nicht allen fällt es leicht, diese Ausgaben zu schultern. Babys und Kleinkinder benötigen Windeln. Kinder
im Wachstum brauchen ständig neue Kleidung und Schuhe. Bei Schuleintritt müssen Schulranzen, Hefte und Stifte angeschafft werden.
Diese Produkte sind notwendig, um am normalen gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Es handelt sich um Ausgaben, auf die Eltern nicht
verzichten können und die das Familieneinkommen stark belasten.
Reduzierte Mehrwertsteuer: Chance für Familien
Obwohl die Zahl
der steuerlich begünstigten Produkte und Dienstleistungen im Laufe der Jahrzehnte stetig zugenommen hat, wurden Kinder mit ihren Bedürfnissen
beständig ignoriert. Das führt besonders bei Familien zu großen finanziellen Belastungen, denn sie wenden einen hohen Anteil ihres
verfügbaren Geldes für die Versorgung ihrer Kinder auf.
Der Vorschlag, die reduzierte Mehrwertsteuer abzuschaffen und stattdessen die
Einkommensteuern zu senken, schadet vielen Familien. Insbesondere Familien mit geringem Einkommen werden dabei überproportional belastet,
während sie kaum von einer niedrigen Einkommensteuer profitieren.
Die Gesellschaft steht in der Verantwortung, Familien mit Kindern
besonders zu unterstützen. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz auf Produkte und Dienstleistungen für Kinder ist dabei ein wichtiger
Baustein. Er
- bedeutet ein klares „Ja!“ zu einer gesellschaftlichen Verantwortung für Kinder,
- ist Teil einer familienfreundlichen Politik,
die das Leben mit Kindern unterstützt und Familien fördert,
- leistet einen Beitrag dazu, Kinderarmut zu reduzieren und Familien zu
entlasten.
Die Mittel
Die Kampagne macht deutlich, dass die Mehrwertsteuer nicht nur eine sprudelnde Einnahmequelle des Staates ist,
sondern dass sie auch sozial gerecht gestaltet werden muss. Dafür steht der Slogan „Mehrwert gerecht steuern!“. Als Logo wird ein
Strichcode mit dem Claim „7 % für Kinder“ verwendet. In sechs Hauptmotiven werden in der visuellen Kommunikation (Anzeigen, Plakate,
Postkarten etc.) Kinderprodukte anderen Produkten gegenübergestellt, die im Gegensatz zu den Kinderprodukten in der Mehrwertsteuer
reduziert sind.
Wichtige Bestandteile der Kampagne sind:
- Internetpräsez www.7fuerkinder.de: Informationen zum Bündnis, zu den Zielen
und Hintergründen, Fakten zur Mehrwertsteuer in Deutschland, Optionen zum Mitmachen u. v. a.
- Gründung der Facebook-Gruppe „7 % für
Kinder“ (www.facebook.com/7fuerkinder)
- Redaktionelle Beiträge sowie Anzeigen in den Medien der Bündnispartner
- Information der Öffentlichkeit
über Newsletter, Internetseiten und Mailings
- Druckmedien: Flyer, Postkarten, Plakate
- Belegung von Großflächen in zentralen U-Bahnhöfen
in Berlin
- Platzierung der Anzeigenmotive auf 24 Bussen in Berlin
- Briefaktion an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages
- Sammlung
und Veröffentlichung der Statements von Politiker/innen, Prominenten und Familien zum Thema Mehrwertsteuerreduzierung auf Kinderprodukte
- Fachgespräche zur Mehrwertsteuer mit politischen Entscheidungsträger/innen und Fachöffentlichkeit